gondelbahn rigi kaltbad

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    Konzeptionell werden die geplanten Gebäude für Tal- und Bergstation der neuen Rigi-Gondelbahn bewusst architektonisch unterschiedlich ausformuliert. Die Talstation wird als klarer Gebäudekörper konzipiert, angelehnt an die markanten Stallvolumen des umgebenden ländlichen Raumes. Der minimierte Fussabdruck ist abgeleitet aus den technischen Vorgaben der Gondelkonstruktion. Das neue Volumen ersetzt als gegliederter Solitär die heutige Station und wird neu platzseitig erschlossen. Die über Glasoberlichter belichtete Ticketzone im Eingangsbereich wird seitlich flankiert durch das Backoffice, welches bei Bedarf mit einer Schalterfront einfach dem Gästebereich funktional zugeschaltet werden kann. Grosszügig dimensionierte Erdgeschossflächen verteilen den Besucherstrom und liefern ausreichend Stellfläche für Verblüffungsangebote. Der Gast wird durch die Halle geführt und über die kaskadenartig angelegte Treppenanlage wie selbstverständlich zum Perron Ein-/Ausstieg geleitet. Die vertikale Erschliessung lässt einen separierten Gästefluss von ankommenden und abreisenden Gästen zu (Besucherfluss Berg- / Talfahrt getrennt).


    Der auf dem Zwischengeschoss angeordnete Multifunktionsraum kann wie die seeseitige Aussichtsterrasse bei Bedarf den Gästen geöffnet werden. Gut auffindbare WC-Anlagen im hinteren Teil der Erdgeschosshalle sind wie die Bereiche Backoffice und Mitarbeiteraufenthalt in separat beheizbaren Clustern zusammengefasst. Der Funktion entsprechend soll kein Prachtbau entstehen. Das neue Haus wird dem ländlichen Raum entsprechend materiell rural gehalten. Konstruiert in Hybridbauweise (Holz/Beton) wird ein Rundstabwerk in den Obergeschossen eingekleidet mit transparent gehaltenen, gewellten Polycarbonatplatten. Die Aussen- und die Innenwelt verschmelzen durch ein opakes Lichtspiel. Alle konstruktiven (und auf die Baustatik dimensionierten) Bauteile bleiben sichtbar und prägen dadurch das ikonographische Erscheinungsbild des Hauses, ohne aufgesetzt zu wirken. Umlaufende Vordächer schützen die Fassade vor Witterungseinflüssen analog den Klebedächern benachbarter Bauernhäuser. Die
    transluzide Dachkonstruktion verstärkt das Konzept heller und lichtdurchfluteter Innenräume.


    Die heutigen Parkflächen auf Seiten Hinter Rain werden der VSS-Norm entsprechend neu angeordnet. Die Parkplätze seitens Vorder Rain werden aufgehoben, zu Gunsten einer optimierten Car-Parkierung mit Busvorfahrt-/Haltestelle, dem Haupteingang der Talstation vorgelagert. Die Eingangshalle dient zusätzlich als wettergeschützte Wartezone für die Benützer der geplanten Busverbindung. Hangseitig wird die neue Parkgarage erschlossen. Diese ist auf Niveau Erdgeschoss in den Hang gebaut und tritt platzseitig lediglich als ziselierte Mauer in Erscheinung. Der Grossteil der gedeckten Garagenplätze werden in der unterirdischen Einstellhalle (Niveau UG) angeboten. Diese ist dem Terrainverlauf folgend unter dem Vorplatz auf 3 Niveaus abgetreppt geplant. Das für das unterirdische Bauwerk auszuhebende Aushubvolumen bleibt dadurch minimiert. Die spätere Erweiterung der Parkplätze auf 480 (+160 PP) soll wie im Konzept der Metron AG angedacht im Bereich Rigistrasse mittels zweigeschossigem Parkhausneubau erfolgen.

    Die Tal- und die Bergstation liegen beide in einer eindrucksvollen sanft modellierten Berglandschaft. Bewusst wird im Entwurf auf neue auffallende Gestaltungselemente verzichtet, um das Erlebniss der Natur- und Kulturlandschaft in den Vordergrund zu stellen. Die bereits bestehenden Landschaftsterrassen werden ergänzt und mit sanften Böschungen in die Umgebung eingebettet und begrünt.


    Im Bereich der Talstation werden die auffallenden Obstwiesen ergänzt, die neuen Baumreihen auf dem Parkplatz verbinden die harte Infrastrukturterrasse mit den grünen Obstwiesen. Vor der Talstation wird eine grosszügige Aufenthaltszone geschaffen, welche als Warteraum für Gruppen und Treffpunkt für Individualreisende ausgestaltet ist. Die Möblierung lenkt auf subtile Art den Fussgänger und Autofahrer und hilft somit sich auf dem Areal zu orientieren. Die grossen Baumreihen mit den begrünten Baumgruben strukturieren den Parkplatz und wirken sich positiv auf das Klima aus.


    Als Wärmeerzeuger wird eine Luft- Wasserwärmepumpe vorgeschlagen, konzipiert für eine optimiert ausgelegte Verteilung im Zwischengeschoss sowie sämtliche weiteren technischen Anlagen.

191127_plus_gondelbahnen_rigi_01_montage - Kopie 191127_plus_gondelbahnen_rigi_02_montage - Kopie 191127_plus_gondelbahnen_rigi_03_montage - Kopie 191127_plus_gondelbahnen_rigi_04_montage - Kopie

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